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Ein vertrautes Thema taucht wieder auf

26. Sept.
3 Min. Lesezeit

Der Herbst zeigt sich in aller Pracht und hier kommt die Karte für den Oktober.


Boot vor einem Lotus

Habe Geduld


Es wird geschehen. Vielleicht nicht gennau so, wie du es dir vorgestellt hast. Vielleicht aber besser. Aber es wird geschehen. Habe in der Zwischenzeit Geduld, wenn du die Ergebnisse deiner harten Arbeit und fleißigen Investitionen noch nicht sehen kannst. Es gibt Kräfte, die sich jenseits des Sichtbaren für dich einsetzen. Vertrau ihnen. Sie bringen dir mit göttlichem Timing genau das, was du brauchst, um deine Seele zum vollsten Ausdruck ihrer selbst zu bringen.



Nanu, diese Karte gab es doch schon. Sie ist erst vor kurzem im August aufgetaucht - und jetzt zeigt sie sich erneut.

Da ich in jeder Rauhnacht mit einem vollständigen Kartendeck arbeite, kann es passieren, dass Themen wiederkehren. Und ich finde es bemerkenswert, aus 45 Karten immer wieder Bekannte zu ziehen - auch im Vergleich zum letzten Jahr, gab es in diesem Jahr nur wenige, für mich neue Karten. Vielleicht ist es Zufall. Vielleicht aber auch ein Zeichen, dass genau diese Themen noch einmal Raum brauchen.



Facetten eines Themas


Manchmal kehren Themen zurück, ohne sich zu wiederholen. Jede Karte, jedes Wort, jeder Impuls hat verschiedene Facetten - je nachdem, aus welcher Richtung wir darauf schauen. Im August habe ich das Thema "Habe Geduld" im Außen betrachtet: als Geduld mit Prozessen, Entwicklungen und Wege, die sich mit der Zeit öffnen.


Jetzt, im Oktober, zeigt sich dieselbe Karte - lass` sie uns aus einer anderen perspektive anschauen. Eine Blickrichtung nach innen. Geduld als Zuwendung zu dir selbst - statt als Warten auf etwas Äußeres. Manchmal braucht ein Thema genau diesen Wechsel: denselben Begriff, aber eine andere Ebene. Dasselbe Wort, aber eine andere Bedeutung.


Vielleicht kehrt die Karte deshalb zurück, als Einladung, einen vertrauten Gedanken aus einem anderen Winkel zu betrachten.


Und genau diese innere Blickrichtung hat sich in meinem eigenen Leben in den letzten Monaten deutlicher gezeigt, als erwartet.



Geduld im eigenen Leben


In den letzten Monaten gab es in meinem Leben eine Situation, für die ich lange keine klare Lösung hatte und habe. Ich hab vieles versucht, manches entschieden, einiges gehofft - und trotzdem blieb vieles in der Schwebe.


Ich habe gemerkt, wie herausfordernd es ist, geduldig mit mir selbst zu sein, wenn ich mitten in einem Prozess stecke, der sich nicht sofort ordnen lässt. Geduld nicht mit äußeren Entwicklungen, sondern mit meinem eigenen Tempo, meinen eigenen Grenzen, meinem eigenen Menschsein.


Und eigentlich kenne ich diese Form der Geduld schon lange. Auch in meiner Rolle als Mutter gab es Phasen, in denen ich mich eingeengt fühlte, überfordert, unsicher, manchmal sogar fremd in meinem eigenen Leben. Ich wusste, dass sich vieles erst mit der Zeit verändern würde - durch Entwicklung, durch das Älterwerden, durch das Leben selbst. Und mit der Zeit habe ich verstanden, dass nichts perfekt sein muss, um gut zu sein. Das auch das gut ist, was gerade möglich ist.


Geduld mit sich selbst bedeutet für mich, anzuerkennen, dass ich nicht sofort alles lösen kann. Dass manche Wege Zeit brauchen. Dass manche Entscheidungen schwer sind. Dass manche Phasen einfach durchlebt werden müssen. Und, dass es in Ordnung ist, nicht immer stark, klar oder souverän zu sein.


Vielleicht kommt diese Karte im Oktober deshalb zurück: weil Geduld nicht nur ein Thema im Außen ist, sondern auch im Innen. Weil Geduld mit sich selbst eine Form ist, die wir oft übersehen - und sich manchmal erst zeigt, wenn wir mitten in einer Situation stehen, die uns herausfordert.



Die Zeit, die es braucht


Geduld mit mir selbst gelingt mir nicht sofort. Aber ich sehe, wie der Abstand zu dieser Einsicht kürzer wird. Wie ich früher erkenne, was mich unter Druck setzt, wie ich schneller nach alternativen Lösungen suche oder Situationen eher akzeptiere, die im Moment nicht zu ändern sind. Und damit auch schneller wieder in die Zuwendung zu mir selbst zurückfinde. Vielleicht ist das die eigentliche Bewegung des Monats.


Manchmal heißt Geduld mit sich selbst eben auch, eine Phase auszuhalten, ohne sie sofort verändern zu müssen oder zu können. Erst einmal weiterzugehen, mit dem, was gerade möglich ist, auch wenn es sich unvollständig anfühlt. Auch das ist genug. Manchmal zeigt sich ein Weg erst dann, wenn wir Situationen akzeptieren und die Zeit arbeiten lassen. Und manchmal bedeutet Geduld, in genau diesem Zwischenraum zu bleiben, bis sich ein Weg zeigt, der sich wirklich richtig anfühlt.


Vielen Dank für deine Zeit und das Lesen des Textes. Ich wünsche dir einen Oktober, der dich mit dir selbst und deiner eigenen Geduld weicher werden lässt.


Anja

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