Geduld, die wiederkehrt
- Anja Kleinschmidt

- 30. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Der Sommer ist da, und ebenso die Karte für den August.

Habe Geduld
Es wird geschehen. Vielleicht nicht genau so, wie du es dir vorgestellt hast. Vielleicht aber viel besser. Aber es wird geschehen. Habe in der Zwischenzeit Geduld, wenn du die Ergebnisse deiner harten Arbeit und fleißigen Investitionen noch nicht sehen kannst. Es gibt Kräfte, die sich weit jenseits des Sichtbaren für dich einsetzen. Vertraue ihnen. Sie bringen dir, mit göttlichem Timing genau das, was du brauchst, um deine Seele zum vollsten Ausdruck ihrer selbst zu bringen.
Ein Begleiter
Im Februar zur Karte Transformiere dich, habe ich geteilt, dass ich an Silvester eine Karte ziehe, die mich das ganze Jahr über begleitet. Ab und zu ziehe ich zusätzlich eine zweite Extra Karte, die länger bei mir bleibt - so lange, bis ich spüre, dass ihr Thema rund geworden ist oder es Zeit für eine neue, mich länger begleitende Karte wird.
In der Silvesternacht 2024/2025 habe ich die Karte Habe Geduld gezogen. Und sie begleitet mich bis heute. Manchmal frage ich mich, ob ich sie jemals austauschen werde. Weil Geduld kein abgeschlossenes Thema ist. Sie ist eher ein Grundton, der sich durch das ganze leben zieht - mal kaum hörbar, mal sehr präsent. Vielleicht ist Geduld etwas, das uns nie ganz verlässt, sondern sich immer wieder neu zeigt.
Aspekte der Geduld
Geduld hat viele Gesichter:
das Warten, wenn wir wissen, dass etwas kommen wird, aber nicht wissen wann - wie ein Samen, der unter der Erde liegt und sich Zeit nimmt
das Vertrauen, wenn wir eine Entscheidung getroffen haben und ihr Raum geben müssen, bevor wir die Wirkung sehen
das Loslassen, wenn wir merken, dass wir nichts erzwingen können, egal wie sehr wir etwas wollen
das Aushalten, wenn eine Phase länger dauert, als uns lieb ist
das Hoffen, wenn wir innerlich spüren, dass sich etwas bewegen wird, auch wenn es äußerlich still bleibt
das Nicht-Aufgeben, wenn wir trotz Rückschlägen weitergehen, weil wir wissen, dass der Weg richtig ist
und manchmal auch das Sich-Öffnen für Kräfte, die wir nicht sehen können, aber deren Wirkung wir spüren - in Begegnungen, im Timing, in kleinen Zufällen, die uns weiterführen
Mehr als das Sichtbare
Ich glaube daran, dass es mehr gibt, als das Sichtbare. Nicht im Sinne von Magie oder Wunschdenken, sondern als eine Form von Resonanz. Als ein Zusammenspiel aus inneren Bewegungen und äußeren Umständen. Als ein Fluss, der uns trägt, wenn wir nicht gegen ihn ankämpfen.
Geduld bedeutet für mich, diesen Kräften Raum zu geben - nicht alles zu kontrollieren, sondern mit dem Leben kooperieren. Es ist ein Vertrauen darauf, dass Entwicklung nicht linear ist, sondern rhythmisch. Dass Dinge reifen müssen, bevor sie sichtbar werden. Dass wir manchmal nur den nächsten Schritt sehen, aber nicht den ganzen Weg - und dass das völlig ausreicht.
Die Herausforderung
Und gleichzeitig kenne ich die Herausforderung, die Geduld mit sich bringt. Ich habe viele Ideen im Kopf, die ich aus bestimmten Gründen noch nicht umsetzten kann. Ich habe sie alle aufgeschrieben; sie liegen da, bereit, wie kleine Projekte, die schon Form angenommen haben, deren Zeit aber noch nicht gekommen ist. Ich halte sie fest, ohne sie zu erzwingen. Ich vertraue darauf, dass der Moment kommen wird, an dem sie sich öffnen.
Auch in meinem wöchentlichen Yogakurs zeigt sich Geduld. Ich bin jetzt im dritten Jahr, und oft bin ich mit ein oder zwei Menschen im Raum. Manchmal ist das auf einer Ebene frustrierend. Aber immer ist es schön. Ich freue mich über jede einzelne Person, die sich am Freitag Zeit nimmt. Ich weiß, dass sich Dinge entwickeln dürfen - und das Geduld nicht bedeutet passiv zu sein, sondern mir selbst treu zu bleiben. Treu zu dem, was mir wichtig ist. Treu zu dem, was ich geben möchte. Treu zu dem, was sich richtig anfühlt, unabhängig von Zahlen.
Wenn nichts passiert
Und dann gibt es auch die Situationen, die sich ausweglos anfühlen. Die Momente, in denen wir alles getan haben und trotzdem passiert nichts. In denen wir nicht wissen, wie es weitergeht. Geduld ist dort eine Probe - aber für mich immer auch ein Anker. Ein Wissen, dass Lösungen entstehen, wenn wir nicht verkrampfen. Dass Wege sich zeigen, wenn wir nicht blind nach ihnen suchen. Dass das Leben manchmal eine Pause einlegt, bevor es uns weiterführt.
Es wird eine Lösung geben. Immer! Vielleicht nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben. Vielleicht aber besser.
Eine Haltung, die bleibt
Geduld ist kein Stillstand. Sie ist ein inneres Vertrauen, dass sich etwas bewegt, auch wenn wir es noch nicht sehen. Dass Kräfte wirken, die jenseits des Sichtbaren für uns arbeiten. Dass das Leben uns mit seinem Timing genau das bringt, was wir brauchen, um unsere Seele zum vollsten Ausdruck zu bringen.
Geduld ist kein Zustand, den wir irgendwann erreichen. Sie ist eine Haltung, die sich mit uns bewegt. Sie begleitet uns durch Phasen, in denen wir warten, vertrauen, loslassen, hoffen oder einfach nur weitergehen, obwohl wir den nächsten Schritt noch nicht sehen. Vielleicht liegt genau darin ihre Kraft: dass sie uns lehrt, dem Leben Zeit zu geben - und uns selbst auch.
Wenn ein Thema zurückkehrt
Manchmal begleiten uns bestimmte Themen länger, als wir denken. Diese Karte hatte und habe ich schon einmal - und jetzt ist sie wieder da. Vielleicht als Erinnerung. Vielleicht, weil sich etwas vertiefen möchte. Vielleicht, weil ich einen Aspekt noch einmal mit anderen Augen sehen darf. Vielleicht, weil Geduld kein einmaliges Lernfeld ist, sondern ein Weg, der sich immer wieder neu zeigt.
Und vielleicht begegnet sie uns erneut...wer weiß.
Vielen Dank für deine Zeit und das Lesen des Textes. Ich wünsche dir einen August, in dem du spürst, wann Geduld hilfreich ist - und wann ein kleiner Schritt genügt.
Anja




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