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Mai - Wege der Verbundenheit

Der Mai beginnt, der fünfte Monat im Jahr. Das Thema der fünften Rauhnacht ist: Freundschaft und Verbundenheit - und genau an diesem Tag ziehe ich diese Karte.

Verrückt!

Zufall?

Vielleicht.



Pflege die Freundschaft

Pflege die Freundschaft


Rufe deine Freund*innen an. Bringe sie in deine Nähe. Dies ist keine Zeit, in der man einsam dasteht und allein seinen Geschäften nachgeht. Lache und weine mit deinen Freund*innen. Träume mit ihnen. Vertraue ihnen die Einzelheiten deines Lebens an. Schicke kleine Botschaften der Dankbarkeit und Wertschätzung. Und denke daran, dass Freundschaften in allen Formen und in allen Dimensionen vorkommt. Alte Bücher, Lieblingslieder, eine kuschelige Decke, der Mond im Fenster, dein vierfüßiger Begleiter ... sie alle haben die Kraft, Freundschaft zu schließen. Umarme und feiere sie alle.



Als ich die Karte gezogen habe, hatte ich sofort einen leichten Druck im Brustkorb. Freundschaft und Verbundenheit sind Themen, die immer wieder sehr zentral für mich sind - besonders, wenn ich an Begegnungen mit Menschen denke. Dieses "Pflege die Freundschaft" fühlt sich für mich an, wie ein: Ach verdammt. Stimmt, ich sollte mich mal wieder mit meinen Freundinnen verabreden oder auch einfach nur einmal melden.



Nähe, die Kraft kostet


Ich weiß auch, warum dieses Thema so einen Druck in mir erzeugt. Soziale Begegnungen sind für mich etwas Schönes - und etwas, das mich viel Energie kostet. Wenn ich mich mit Menschen treffe, bin ich voll da. Ganz präsent. Ich höre zu, ich fühle mit. Und genau deshalb bin ich danach oft erschöpft, manchmal sogar leer, weil mein Inneres nach der Begegnung noch weiterwirkt. Und dann brauche ich eine soziale Pause, einen Moment, in dem ich wieder bei mir ankommen kann.



Mein eigener Rhythmus


Ich habe nur eine kleine, handverlesene Auswahl an Freundschaften. Beziehungen, die gewachsen sind, die Tiefe haben, die mir gut tun. Und trotzdem muss ich mich immer wieder selbst daran erinnern, mich zu verabreden. Weil mir diese Menschen am Herzen liegen - und ich das Alleinsein ebenso schätze. Weil ich mit mir selbst gut kann. Weil Stille und Rückzug für mich genauso wichtig sind wie Nähe. Und ich bin dankbar für diese Menschen in meinem Leben, die diesen Rhythmus mit mir gehen.



Die vielen Gesichter der Verbundenheit


Vielleicht ist diese Karte weniger ein Hinweis auf "mach mehr", sondern eher ein Zeichen dafür, wie vielfältig Freundschaft sein kann - und wie sehr ich sie längst lebe.


Es gibt so viele Arten von Verbundenheit, die uns durchs Leben tragen, außer zu Menschen. Freundschaft zu Tieren, die uns mit ihrem Dasein begleiten. Freundschaft zu Büchern, die uns in andere Welten führen oder uns genau die Worte schenken, die wir gerade brauchen. Freundschaft zu unseren eigenen kreativen Prozessen, die uns immer wieder zeigen, wer wir sind. Und nicht zuletzt die Freundschaft zu uns selbst - zu dem Menschen, mit dem wir jeden Tag aufwachen und einschlafen.



Die Freundschaft zu mir selbst


Die Freundschaft zu mir selbst steht für mich dabei nicht über oder unter den anderen Formen von Verbundenheit. Sie ist einfach ein Teil davon - ein gleichwertiger Aspekt meines Lebens. Und genau wie jede andere Freundschaft, hat auch die Freundschaft zu mir selbst ihre hellen Seiten und ihre Schatten, ihre vertrauten Momente und ihre Stellen, an denen ich noch wachsen darf.



Ein Gedanke


Vielleicht ist es genau das, was diese Karte mir zeigt: dass all diese Formen von Freundschaft nebeneinander bestehen dürfen. Dass keine davon "wichtiger" ist. Und dass sie alle - jede auf ihre Weise - Teil meines Weges sind.


Und sie zeigt mir, wie viele Formen von Verbindungen es gibt. Verbindungen, die Raum lassen. Freundschaften, die sich nicht beweisen müssen. Ein Miteinander, das sich natürlich anfühlt - in uns, zwischen uns und um uns herum.


Ich bin nicht die, die ständig unter Menschen sein muss- und trotzdem bin ich gern verbunden. Auf meine Art.


Vielen Dank für deine Zeit. Ich wünsche dir einen Mai voller Verbundenheit - in dir, zwischen dir und den Menschen, die dir gut tun - und in allem, was dich begleitet.

Anja

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