Wenn Intuition den Weg öffnet
- Anja Kleinschmidt

- 27. März
- 4 Min. Lesezeit
Der Frühling zeigt sich – und die Aprilkarte auch.

Vertraue deiner Weisheit
Es ist an der Zeit, nach dem zu handeln, was du bereits weißt, und entsprechend der Anweisungen, die du bereits erhalten hast. Vertraue deiner Erfahrung und der Weisheit, die sich in deinem Körper angesammelt hat. Lasse den Zweifel los und bewege dich zuversichtlich in die Richtung, die dir deine Weisheit gezeigt hat. Wenn die Fesseln der Angst abfallen, wirst du die Verspieltheit und Freude erleben, die durch Vertrauen entsteht.
Was Weisheit für mich bedeutet
Als ich anfänglich über das Wort nachdachte, habe ich festgestellt, dass es im ersten Impuls, ein ähnlich großes Wort für mich ist wie Transformation (siehe Text vom Februar).
Also habe ich tiefer hinein gespürt, um herauszufinden, was Weisheit für mich jenseits dieses ersten Impulses bedeutet.
Für mich zeigt sich Weisheit eher als ein Spüren im Körper, als ein inneres Wissen, das sich nicht erklären muss. Manchmal taucht sie in Form eines klaren Gefühls auf, manchmal als ein kleines Ziehen in eine bestimmte Richtung. Und oft ist sie schon da, lange bevor ich mich traue, ihr zu folgen.
Für mich ist diese Weisheit nichts anderes als Intuition - ein inneres Gefühl, das klarer ist als jeder Gedanke. Und doch folge ich ihr nicht immer sofort. Besonders dann nicht, wenn etwas Neues vor mir liegt.
Wenn Wissen auf Zweifel trifft
Als ich im letzten Jahr meinen Rauhnachtsworkshop neu ausgerichtet habe, war genau das spürbar: ein inneres Wissen, das mich in eine neue Richtung zog - und gleichzeitig eine Unsicherheit, die mich zurückhalten wollte.
Ich hatte die Idee, eine lange geführte Meditation zu gestalten, in der jede Person ihre eigenen 13 Wünsche für die Rauhnächte findet und am Ende auch mit nach Hause nimmt. Dieser Raum fühlte sich für mich so stimmig an, weil das ein Konzept ist, an dem ich selbst gern teilnehmen möchte. Und trotzdem tauchten sofort Fragen auf, die mich ins Zweifeln brachten:
Kann ich Menschen so lange begleiten?
Finde ich Worte, die offen genug bleiben, damit jede Person ihr eigenes Erleben hat?
Kann ich den Raum halten, ohne ihn zu sehr zu füllen?
Bin ICH bereit dafür?
Diese Fragen waren sehr laut. Und doch war da dieses innere Wissen, das mich weitergezogen hat.
Vertrauen wächst im Tun
Also habe ich begonnen. Nicht mit einem großen Schritt, sondern mit kleinen Bewegungen, die sich langsam zu etwas Rundem gefügt haben. Ich habe mich hingesetzt, das Thema der Meditation in mir bewegt, Worte ausprobiert, wieder verworfen, neu gefühlt.
Und je mehr ich mich mit der Meditation verbunden habe, desto klarer wurde etwas in mir. Die Unsicherheit war nicht weg, aber sie wurde leiser. Stattdessen entstand ein Gefühl von innerer Stimmigkeit - ein: "Ja, genau so fühlt es sich richtig an."
Mit jedem Gedanken, den ich sortiert habe, mit jedem Bild, das sich gezeigt hat, mit jedem Satz, der sich aus meinem Inneren heraus geformt hat, wurde das Vertrauen größer. Ich würde sagen, ein sanftes Aufrichten von innen.
Ich habe gemerkt, wie sich die Meditation in mir verankert hat. Wie ich den Raum, den ich halten wollte zuerst in mir selbst gefunden habe. Und in diesem Prozess wurde etwas in mir sicherer, klarer, ruhiger.
Der Moment, in dem alles zusammenkommt
Als der Tag des Workshops näher rückte, war ich natürlich trotzdem aufgeregt. Die Unsicherheit war nicht verschwunden - sie war einfach nur weicher geworden. Ich hatte sie nicht weggedrückt, sondern mitgenommen, weil sich die Meditation für mich selbst schon so stimmig angefühlt hatte.
Und dann saßen wir da, gemeinsam im Raum. Ich spürte mein Herz schneller schlagen, spürte die Erwartungen in mir und gleichzeitig dieses innere Wissen, das mich die ganze Zeit begleitet hatte. Als ich die ersten Worte sprach, war da noch ein Zittern, ein vorsichtiges herantasten. Doch mit jedem Atemzug wurde es ruhiger in mir.
Je tiefer wir in die Meditation eintauchten, desto klarer fühlte es sich an. Ich merkte, wie ich den Raum halten konnte - nicht, weil ich plötzlich sicherer war, sondern weil ich mich auf das eingelassen hatte, was sich in mir richtig anfühlte. Die Worte fanden ihren Weg, die Stille trug uns, und etwas richtete sich in mir weiter auf.
Am Ende war es ein wunderschöner Moment. Nicht perfekt - aber echt.
In meiner eigenen Reflexion nach dem Workshop, habe ich etwas in mir gespürt, das ich vorher nicht greifen konnte. Das Vertrauen war nicht plötzlich da gewesen. Es war währenddessen gewachsen - in meiner Vorbereitung, in meinen Gedanken, im Workshop selbst.
Die Botschaft
Und genau das erinnert mich an die April - Karte: Vertraue deiner Weisheit.
Sie spricht nicht von einer Weisheit, die man erst suchen oder sich verdienen muss. Sie meint das Wissen, das entsteht, wenn Erfahrung, Intuition und Mut sich begegnen. Dieses innere Spüren, das uns leitet, lange bevor wir es in Worte fassen können.
Vertrauen entsteht nicht, bevor wir etwas tun. Vertrauen entsteht, weil wir es tun.
Und manchmal braucht es nur diesen einen Schritt - nicht perfekt, nicht sicher, aber ehrlich - um zu merken, dass wir längst mehr wissen, als wir glauben.
Eine Einladung an dich
Vielleicht kennst du solche Momente auch - dieses Wissen in dir, das schon da ist, bevor du dich traust, ihm zu folgen. Diese Intuition, die sich klar anfühlt, auch wenn der Kopf noch zweifelt. Die April - Karte erinnert uns daran, genau diesem inneren Wissen wieder mehr Raum zu geben. Indem wir uns erlauben, unvollkommen zu beginnen und nicht alle Antworten zu kennen, sondern einfach den ersten Schritt zu gehen.
Vertrauen entsteht nicht im Voraus. Vertrauen entsteht, weil wir uns bewegen.
Und vielleicht ist der April genau der richtige Monat, um etwas auszuprobieren, das sich in dir schon länger richtig anfühlt. Etwas Kleines, etwas Zartes, etwas, das dich ruft.
Du musst nicht sicher sein.
Du musst nur beginnen.
Der Rest wächst unterwegs.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diesen Text zu lesen. Ich wünsche dir einen April voller Vertrauen in deine eigene Weisheit.
Hab eine großartige Zeit und immer nette Menschen um dich herum.
Anja




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